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Diesen Monat habe ich etwas für meinen Vitamin-D-Haushalt getan und bin dem mitteleuropäischen Novemberwetter in Richtung Süden entflohen, nicht mit dem Flieger, sondern mit der Bahn, ganz klassisch mit einem Interrail-Ticket.  Die Tour ging über Innsbruck, Verona, Nizza, Barcelona, Malaga, Marbella und dann wieder zurück über Barcelona und Paris nach Dresden. Übernachtet habe ich meist in Hostels, Mehrbettzimmern, günstig und man lernt Leute kennen. Amüsanterweise war es selbst im Hostel in Innsbruck einfacher Englisch zur Verständigung zu nutzen, Publikum und Personal war sehr international. Nach zwei Nächten ging es weiter in Richtung Verona über den Brennerpass, die Durchsagen waren erst zweisprachig, dann, kurz vor Verona, nur noch italienisch. Dank der modernen Technik und der sehr nützlichen EU-Direktive, dass der eigene Datentarif EU-weit nutzbar ist, findet man sich schnell zurecht. Das Hostel in Verona entpuppt sich als Wohnung, die mir für 2 Nächte allein zur Verfügung steht, - was für ein Luxus.

Verona KopieSonniges Wetter, 17 Grad. Die Highlights werden natürlich besucht, das Amphitheater, die Arena, Julias Balkon. Als am Donnerstag Abend ein Weihnachtsmarkt in der Altstadt eröffnet wird, mit Bratwürstel, "Crauties", amerikanischer Weihnachtsbeleuchtung und einem großen Stand von Käthe Wohlfahrt aus Rothenburg ist das wirklich irritierend. Freitag früh entscheide ich mich gegen Rom und Florenz und fahre über Mailand nach Nizza, 45,- EUR extra für notwendige Reservierungen in Fernzügen. Das Hostel in Nizza ist 1km vom Bahnhof und 300 m von der Strandpromenade entfernt, ich bleibe 3 Nächte, Freitag, Samstag, Sonntag, es ist wieder Sommer... Meine Mitbewohner im 4 Bettzimmer empfangen mich mit der Nachricht, dass ich sie bald hassen würde, weil sie Party machen wollten. Negative Emotionen sind nicht mein Ding, ich bin eher belustigt den Ende 20, Anfang 30 Jahre alten Leuten beim Vorglühen mit Wodka zuzuschauen, dann geh ich selbst noch eine Runde durch die Altstadt und als ich um 1 zurück komme, ist das Zimmer ruhig und leer. 

nizza hafen Samstag gehe ich Richtung Hafen und stelle fest, dass es, wenn es um Yachten geht, es immer noch eine größere gibt. Im Angesicht der gegen den Uhrzeigersinn nach Größe aufgereihten Wasserfahrzeugen bis hin zu einer 3 geschossigen Superyacht bin ich sicher, dass die Yacht mit 5 Decks nachmittags einlaufen wird. Sonntag vormittag ist Flohmarkt am Hafen, die Altstadt ist voll, Leute gucken macht Spaß, das Hostel hat eine Bar, Samstag Abend war richtig Stimmung, Und Montag geht es in Richtung Barcelona weiter, Bummelzüge ohne Zuschlag, Richtung Marseille, Nimes, Montpellier, Perpignan, Cebére, dann 1 1/2 Stunden Zwangspause, Wartezeit auf eine Verbindung nach Port Bou in Spanien, 3 km Fahrt, dann warte ich noch eine Stunde auf den Zug nach Barcelona. In Barcelona bin ich nicht am Bahnhof ausgestiegen, sondern eine Station früher, Passeig de Gràcia, eine U-Bahn-Haltestelle, oben dann auf Google-Maps nach einen Hostel geschaut und in 400 m Entfernung fündig geworden. Im Sommer wäre das nicht zu empfehlen, aber im November sind nicht so viele Backpacker unterwegs, ohne Probleme gab es ein Bett... Bin noch kurz Essen gegangen und dann in die Falle. Alle sind sehr bemüht, leise zu sein.

Am nächsten Tag gibt es das volle Touri-Programm, Rambla, Barrio Gothico, zum Hafen, Black Friday lässt die Preise purzeln und da meine Schuhe sehr gelitten haben, gibt es ein Paar Neue. Das Wetter schwächelt etwas, Nizza war wärmer, aber was solls... Auch hier gibt es eine Bar im Hostel und neue Bekannte, einen Argentinier mit deutschem Pass, der kein Wort Deutsch spricht, mein Spanisch funktioniert, wenn es muss....Er ist Koch und am nächsten Tag bin ich zu Mittag geladen, wenn ich spüle...Nudeln, Grillfleisch, eine reichlich scharfe Soße und spanischen Rotwein. Donnerstag nehme ich einen Hochgeschwindigkeitszug nach Malaga, ein Security-Check-In wie am Flughafen, 6 Stunden Fahrt mit Kinoprogramm, 301 km/h Höchstgeschwindigkeit, in Malaga laufe ich nur zum Hostel, ein Zimmer für mich allein, und am nächsten Morgen zum Busbahnhof, das Ticket nach Marbella kostet 6,74 €, ohne Zwischenstop fahren wir durch. Marbella, immer noch Sommer dort, nach mitteleuropäischen Standard, das Hostel entpuppt sich als Hotel in der Altstadt, weiße Häuser, Mandarinenbäume, Blumentöpfe an den Hauswänden. Ein paar Tage Zeit mit meiner Tochter, die gerade in Marbella ihr Spanisch perfektioniert... Gezeichnet habe ich auch in der ganzen Zeit, aber weniger, als geplant. Marbella Kopie